Benefizkonzert füllt die St. Johannes-Kirche in Oberasbach

Gruppenfoto der Band "Miasin Zam", © Jeromin Rothemund

Zusammen sind wir klangstark

"Miasin zam“ heißt eine Band, die das Erlanger Flüchtlingsprojekt EFIE 2013 ins Leben rief. Der jüngste Auftritt führte die Combo aus Flüchtlingen und Einheimischen in die Oberasbacher Johanneskirche — Musik-Vergnügen und christliche Begegnung zugleich.

Da stehen sie und können nicht anders: Erik Kokeyan aus Armenien an der Gitarre, Slava Kurochtina mit der Bandura, dem Traditionsinstrument ihrer ukrainischen Heimat, der armenische Klarinettist Karen Shaghoyan, Drummer Mohammad Gholami Shahvir aus dem Iran, Sängerin Nene Thiess aus Georgien, der Gitarrist Christoph Bestle aus Erlangen sowie der Oberpfälzer Gymnasiallehrer, Posaunist und Akkordeonist Martin Lehnerer, der die Musikanten zusammengetrommelt hat.

Man muss doch was tun, sagen viele. Damit all die Fremden, die Heimatvertriebenen, die schon hier sind und noch kommen, eine Chance haben, dazu zu gehören. Sie alle müssen sich mit dem Deutsch lernen plagen, mit Bürokratie, Sorgen um die Daheimgebliebenen – wo bleibt denn da die Freude? Und so legen sie los, die Flüchtlinge aus dem Elend, mit ihren deutschen Freunden, für ihr Publikum, Franken und viele Flüchtlinge; in der bestens besuchten Johanneskirche spielen sie Hubert von Goiserns „Brenna tuat’s gut“, alle singen das „Blumenlied“, ein Folkloresong, den in Armenien und Georgien jedes Kind kennt. Sie präsentieren Volksgut und Weltmusik aus über 15 Ländern, Salsa, persische Rhythmen, ukrainische Harfenmusik, scharfe kubanische Rhythmen, deutsche Schlager und Volkslieder, eigene Kompositionen. Sie erzählen Geschichten von sich und den Flüchtlingen der Welt, den Entkommenen, die so schwer ankommen. Sie sind Ingenieure bei Siemens, Azubis, Arbeiter oder leben in prekären Verhältnissen. Was sie zusammenschweißt, ambitionierte Laien wie Berufsmusiker, ist die Musik, das Proben, die Auftritte, ihr Projekt, das Menschen fröhlich zusammenbringt. „Miasin zam“ ist nicht nur bestes Bayerisch, es steckt auch das armenische „miasin“ drin, das „zusammen“ bedeutet. Längst sind sie kein Geheimtipp mehr, haben im Landtag und im Nürnberger Rathaus gespielt.

Peter Budig

aus: Fürther Nachrichten vom 10.11.2016

Mehr Fotos zum Konzert sind hier zu sehen: https://myalbum.com/album/qp0Wsloxs42D